Inhaltsverzeichnis
- Einführung und kurzer Überblick
- Begriffsbestimmung
- Zum Zusammenhang zwischen Lern-Stilen und Individuellen Unterschieden
- Anwendung der Ergebnisse
- Ein Fazit
- Literaturangaben
. 1. Einführung und kurzer Überblick
Das Thema meines Referates soll sich mit Individuellen Unterschieden
und Lernstrategien beschäftigen. Der Titel lehnt sich dabei direkt an
dem ihn zugrundeliegenden Text "Individual Differences and Learning
Strategies" von R. R. Schmeck an, der 1988 veröffentlicht wurde.
Doch nun zum Eigentlichen!
Der Titel dieses Referates "Individuelle Unterschiede und Lernstrategien"
ruft bei dem einen oder anderen sicherlich verschiedene Assoziationen und
somit auch Erwartungen hervor, die eventuell nicht ganz zutreffen, aber
sicher auch nicht falsch sind. Deshalb möchte ich - bevor ich die
eigentlichen Ausführungen zu dem Referat beginne - zwei Fragen
voranstellen: Zum Einen, was hat man sich unter den Begriffen
Individuelle Unterschiede und Lernstrategien vorzustellen (?) und
zum Zweiten, wie könnten diese beiden Begriffe zusammengehören (?)!
Als ich den Text von R. R. Schmeck zum ersten Mal las, dachte ich zunächst,
es würde sich um Unterschiede zwischen Männern und Frauen, gebildeten oder
weniger gebildeten Personen - also die typische Experten-Novizen-Debatte -
oder auch um Unterschiede ausgehend von verschiedenen (kognitiven)
Entwicklungsstadien handeln, doch wurde ich bald eines besseren belehrt.
Selbst bei den Lernstrategien, die ich als solche vermutete, befand
ich mich zunächst auf dem Holzpfad. Meine Gedanken kreisten um solch
spezielle Strategien - oder besser Lerntechniken - wie:
- Superlearning (z.B. Lernen im Schlaf unter Ausnutzung der REM-Phasen),
- bestimmte Mnemotechniken (z.B. Methode der Orte oder die Schlüsselwortmethode),
- bestimmte Lesetechniken (z.B. SQ3R- oder SQ4R-Methode) sowie
- der Visualisierung von Lerninhalten (z.B. Methode der Orte),
oder aus der kognitiven Psychologie stark formalisierten Begriffen wie:
- Elaborierung (z.B. levels of processing, Interferenz, Primacy- und Recency-Effekt),
- Schematisierung und Kategoriesierung und
- den aus der Ebbinghausschen Vergessenskurve ableitbaren Implikationen
(z.B. deliberate practise).
Über den Zusammenhang war ich mir zunächst noch im unklaren; doch
im weiteren kamen mir aus der in mehreren Studien berichteten
Hemisphärendominanz ableitbare Implikationen in den Sinn, wonach
Frauen eher sprachlich- und Männer eher visuell-kodierte Lernstrategien
verwenden könnten. Allerding mußte ich sehr bald erkennen, daß sich
der Text mit sehr formaleren Dingen auseinandersetzte als es meine
schon sehr speziellen Gedanken mich erwarten ließen.
Im Endeffekt wird sich mein Referat also auch in diesem formalen Sinne
anpassen. Ein kleiner Überblick wird dies veranschaulichen: Zunächst
soll es darum gehen wie man einige Begriffe (Lernstrategie, Lerntaktik,
Lernstil) voneinander trennen kann und ihren Zusammenhang verdeutlichen,
was für die weitere Betrachtung entscheidend ist. Im Anschluß daran
werde ich auf die Forschungsergebnisse von Schmeck eingehen und sie
kurz diskutieren sowie eine kleine Wertung der Reichweite dieser
Resultate vornehmen. Zum Abschluß erfolgt dann noch ein kurzes,
zusammenfassendes Fazit.
Als Anmerkung möchte ich noch hinzufügen, daß ich versuchen werde auf
die Anwendung der erzielten Ergebnisse näher einzugehen - jedenfalls
soweit es mir wichtig oder plausibel erscheint, obwohl in dem diesen
Referat zugrundeliegenden Text keine expliziten Aussagen dazu gemacht
worden sind; eher Wahrscheinlichkeitsaussagen, die aber so finde ich
nicht näher beachtet werden müssen, weil sie keinerlei empirische oder
in anderer Art gesicherte Grundlage besitzen.
Potsdam, den 24.11.1995
.
|